Interview mit dem Löwenzahn Regisseur & Autor Marc Meyer

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löwenzahn lachtIhr hatte  die "Erdbeben" Folge zur beliebtesten Löwenzahn Folge der 31. Staffel gewählt und Marc Meyer habe ich das Freudige Ergebniß mittgeteillt und ihn gleich noch etwas über seine Arbeit bei Löwenzahn befragt und hier sind seine sehr interessanten Antworten-viel Spaß

 

 

 

Hallo Herr Meyer,

Löwenzahn Autor Marc Meyer (c)marcxmeyer.deHallo Sascha Stiehler!

Die Löwenzahn Fans haben auf unserer Seite abgestimmt und die beliebteste Folge der Löwenzahn Staffel 31 gewählt.
Es ist die Folge Erdbeben - Erschütterung am Bauwagen wofür Sie ja das Drehbuch geschrieben haben-wir Gratulieren ganz Herzlich dazu!
Die Folge war sehr spannend und bot mal ein ganz anderes Szenario-der Elchwinkel wird geräumt und Fritz kann erst nichts dagegen tun-sehr Klasse!
 

Löwenzahn Autor Marc Meyer (c)marcxmeyer.deVielen Dank für diese Auszeichnung - auch im Namen meines Co-Autoren Jürgen Michel, der de facto die Idee für das Bärstädter Erdbeben hatte und dieses Buch auch federführend geschrieben hat. Eine Auszeichnung von den Fans ist für uns sicher eines der besten Feedbacks auf unsere Arbeit, die es geben kann - und uns mehr wert als so mancher anderer Preis. Kein Scheiß!
 

Ich würde mich freuen wenn Sie uns für unsere Webseite ein paar Fragen beantworten könnten:

Sehr gerne. Schieß los.

1.Sie haben bei ca. 13 Löwenzahn Folgen mitgewirkt entweder als Autor und/oder als Regiesseur-Wie sind Sie zu Löwenzahn gekommen?

Löwenzahn Autor Marc Meyer (c)marcxmeyer.deIm Grunde war es eine ganz normale Anfrage der Produktionsfirma Studio.TV. an Jürgen Michel und mich. Da wir, altersbedingt, aus unserer eigenen Jugend nur den Peter Lustig kannten, war es für uns besonders spannend, an einem neuen, frischen Löwenzahn mitzuarbeiten, das noch spannender und flotter ist, aber genauso informativ und mit soviel Liebe fürs Detail gemacht. Wir hoffen, dass ist uns mit unseren Folgen gelungen.

2.Hatten Sie in den bisherigen LZ Folgen ein Lieblings Thema?

Löwenzahn Autor Marc Meyer (c)marcxmeyer.deHm, kein Thema, das mir nicht ans Herz gewachsen wäre. "Echsen" und "Steinzeit" waren Themen, die unglaublich viel Spaß gemacht haben - von der Recherche bis zum finalen Film. Wegen eines persönlichen Ticks ist mein großer Liebling wohl: die "Sterne". Weil es eigentlich nicht darstellbar ist in einem so einfachen Rahmen wie Löwenzahn und weil die Sterne sowohl ihre wissenschaftliche als auch ihre poetische Seite haben. Und weil Fritz dort mal in eine komplett andere Rolle schlüpfen durfte, inklusive Verkleidung, falscher Bart, anderem Gang und russischen Akzent. Da war die Arbeit mit Fritz alias Guido alias Fjodor Lisanow besonders inspirierend.

3.Wie gehen Sie an die Geschichte heran wenn das Thema fest steht?

Löwenzahn Autor Marc Meyer (c)marcxmeyer.deWir versuchen, Fritz (und Yasmin und Keks) immer in eine Situation zu bringen, die ihnen auch persönlich etwas bedeutet und einen Konflikt provoziert, der eigentlich unmöglich ist zu lösen. Wie bei der "Brücke" z.B., als Fritz zwischen seinen beiden Freunden Milly (die 12-jährige Fussballerin) und Hennes (der pedantische Statiker, der bei Fritz einzieht) vermitteln muss.

Die eine will eine Brücke, der andere will die Brücke verbieten - und Fritz muss nun diese Brücke bauen. Nicht nur im wörtlichen Sinne, sondern auch zwischen seinen Freunden, die einander nicht ausstehen können. Wichtig ist uns, das die Geschichte und das Thema etwas miteinander zu tun haben - und das Fritz Lösungen für die Probleme findet, die sich andere Leute nicht trauen würden - oder nicht die Anstrengung unternehmen würden, eine Lösung zu finden.

Das unterscheidet Fritz eben von den meisten anderen Erwachsenen. Die Phanatasie, die er dabei entwickelt, kommt dann ganz von selbst.
 

4.Für unsere jungen Fans würden Sie uns beschreiben wie ein Tag am Set eines Regisseur ausschaut?

Löwenzahn Autor Marc Meyer (c)marcxmeyer.deIn der Regel läuft das so: Um ca. 6 Uhr 30 wirst du von zu Hause von einem Chauffeur abgeholt. Wobei bei Löwenzahn der Abholbus mittlerweile so klapprig ist, dass man nur wegen dem wirklich vertrauenswürdigen Fahrer nochmal für 20 Minuten die Augen schließen kann.

Am Set, also "Am Bauwagen" wir es alle nennen, wartet dann meistens schon ein Kaffee, den die Aufnahmeleitung frisch gebrüht hat. Wer will, kann sich ein Nutella Brötchen schmieren. Ich brauche das jedenfalls, um in Schwung zu kommen.

Dann geht´s aber wirklich los: Die Beleuchter und der Kameramann richten schon die Technik für die ersten Aufnahmen ein. Wir sprechen nochmal durch, welche Einstellungen wir machen und was das Tagespensum sein wird. Wieviele Einstellungen? Welche Schauspieler sind dabei? Haben wir Spezial-Effekte? Sind die technisch gut vorbereitet? Sind Kinder oder Tiere am Set? Sind die gut betreut und wissen, was auf sie zukommt? Manchmal macht einem das Wetter ja einen Strich durch die Planungen. Oder die Tiere, mit denen wir oft drehen, können das eine oder andere eben doch nicht machen. Dann müssen wir nochmal umplanen. Andere Bilder finden. Das Buch eventuell anpassen.

Um etwa 9 Uhr kommen die Schauspieler aus Maske und Kostüm. Guido, Sanam und Helmut (also Fritz, Yasmin und Herr Paschulke) kennen ihre Charaktere natürlich sehr genau - trotzdem ist es notwendig, nochmal genau durchzugehen, welche konkreten Handlungen sie vor der Kamera ausführen müssen, was ihre Motivationen sind für diese Handlungen, welche Konflikte dabei entstehen und wie sie in ihren Rollen aufeinander reagieren. Das proben wir ein paar mal, dann drehen/ filmen wir es. Viel Zeit haben wir nie, aber schaffen tun wir es trotzdem immer, alle Bilder in den Kasten zu kriegen. Oft haben wir Gastrollen, also Schauspieler, die noch nie Löwenzahn gemacht haben.

Manche kennen Löwenzahn noch aus der Zeit, als sie es selber geschaut haben. Deswegen sind die manchmal sehr aufgeregt - und wundern sich, wie wir mit einem relativ kleinem Team doch so viele tolle Sachen machen können. Die meisten würden gerne wiederkommen, aber leider geht das nicht immer. In der Regel tauchen die Gast-Figuren nur einmal auf. Und andere Schauspieler wollen schließlich auch mal mitmachen ;-)

Drehschluss ist meistens gegen 18 Uhr. Zum Ende des Tages wird es meistens hektischer. Entweder weil wir getrödelt haben oder weil einige Dinge vielleicht nicht so geklappt hatten wie geplant. Beim "Esel" zum Beispiel, die Verfolgungsjagd am Ende: Der Esel wollte einfach nicht laufen, wenn er laufen sollte. Karotten, Äpfel, gut Zureden, böse Angucken - hat alles nichts genutzt. Aber eine Vefolgungsjagd mit einem Esel, der einfach nur rumsteht? Das geht natürlich nicht. Als wir schon aufgeben wollten, weil die Sonne langsam unterging, da fing er plötzlich an zu laufen. Wollte wohl auch nach Hause. Und zwar so schnell, dass wir kaum mit der Kamera hinterhergekommen sind.

Oder bei den "Echsen", beim Hotzrogger im Reptilienkeller: Irgendwann rief der Tierpfleger: Die Anaconda ist nicht in ihrem Käfig! Alle mal das Set räumen, bis wir sie wieder gefunden haben. Aber schön langsam, sonst erschrickt sie. Abgesehen davon, dass die Anaconda ausgebrochen war: "schön langsam" sind nicht die Wörter, die mir die Arbeit als Regiesseur erleichtern. Gott-sei-Dank war die Schlange einfach in einen anderen Käfig gekrochen, wo es wärmer war. Wir jedenfalls hatten auch kurz geschwitzt. Aber wie immer bei Löwenzahn: Am Ende ist alles wieder gut.

 

Viele Löwenzahnige Grüße
Sascha Stiehler

ebenso,
Marc Meyer

Bild (c)www.marcxmeyer.de

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